Schafzecke (Dermacentor marginatus)

Die zur Familie der Schildzecken gehörende Schafzecke ist eine Steppenbewohnerin. In Deutschland ist sie im Wesentlichen auf wärmebegünstigte Gebiete im Süden beschränkt (hauptsächlich Main- und oberes Rheintal). Entsprechend ihrem Namen ist sie vor allem dort in größerer Zahl anzutreffen, wo Schafe weiden. Der Mensch wird nur selten gestochen. Vermutlich würde die Zecke von einer zunehmenden Erwärmung in Mitteleuropa profitieren und weiter nach Norden vorrücken.

Schafzecke – Steckbrief

  • Zoologischer Name: Dermacentor marginatus
  • Familie: Schildzecken (Ixodidae)
  • Vorkommen: Vorwiegend südlich des Mains, häufig in Gebieten mit Schafbeweidung; auf nicht zu feuchten Wiesen- und Grasflächen, am Waldrand
  • Besonderheiten: Bevorzugt sommerwarme Flächen, erträgt Trockenheit
  • Sticht den Menschen? Selten
  • Überträger von Krankheitserregern? Situation unklar
Schafzecke

© Zecken-Radar.de

Schafzecke: Vorkommen in Deutschland und Europa

Die Schafzecke hat bevorzugte Verbreitungsschwerpunkte. Zu diesen zählen vorwiegend wärmebegünstigte Regionen im Süden Deutschlands (z.B. Rhein- und Maintal), insbesondere dort, wo Schafe weiden. Neben Deutschland kommt die Schafzecke in allen südeuropäischen Ländern inklusive dem Balkan vor. Hinzu kommen wärmebegünstigte Regionen im Süden Mitteleuropas (Schweiz und Österreich).

Jahreszeitliches Auftreten in Deutschland (Aktivität)

Weibchen und Männchen der Schafzecke sind nach der Schneeschmelze von Februar/ März bis April/ Mai und ab August/ September bis zum Beginn des Winters aktiv. Larven und Nymphen leben den Sommer über hauptsächlich verborgen.

Typische Standorte

Zum typischen Lebensraum der Schafzecke zählen sonnenexponierte Wiesenflächen (Trockenrasen) und lichte Wälder (Steppenstandorte).

Wo halten sich aktive (wirtssuchende) Zecken auf?

Erwachsene Weibchen und Männchen der Schafzecke befinden sich vorwiegend auf lebenden oder abgestorbenen Grashalmen sowie auf Kräutern und Stauden bis zu etwa 1,50 Meter Höhe.

Schafzecke Weiblich

Schafzecke (Dermacentor marginatus), Weibchen, Urheber: Lucarelli / CC BY-SA 3.0

Schafzecke männlich

Dermacentor marginatus, Männchen, Urheber: Lucarelli / CC BY-SA 3.0

Schafzecke: Biologie

Die Weibchen und Männchen der Schafzecke erreichen vor einer Blutmahlzeit vier bis sechs Millimeter – sie sind also etwas größer als Weibchen des Gemeinen Holzbocks. Zu den bevorzugten Wirten einer erwachsenen Schafzecke zählen in erster Linie Schafe, Rotwild und Wildschweine. Larven und Nymphen der Schafzecke haben es auf Kleinsäuger abgesehen.

Typische und besondere Eigenschaften

Larven und Nymphen der Schafzecke leben jeweils nur einige Wochen. Erwachsene Schafzecken sind vor der Blutmahlzeit recht langlebig (Lebensspanne 1 – 2 Jahre). Im Gegensatz zum Gemeinen Holzbock verfügen Schafzecken zudem über ein Augenpaar, jeweils seitlich am Schild.

Wird der Mensch gestochen?

Durch erwachsene Schafzecken kommt es nur sehr selten zu Stichen bei Menschen. Larven und Nymphen befallen den Menschen überhaupt nicht.

Werden Haustiere oder Nutztiere gestochen?

Larven und Nymphen befallen weder Haustiere noch Nutztiere. Anders sieht es bei erwachsenen Schafzecken aus. Diese befallen vor allem Schafe, Ziegen, Rinder, Pferde aber auch Hunde.

Infektionen: Übertragung von Krankheitserregern in Mitteleuropa durch die Schafzecke

Auf Haustiere:

  • Schaf: möglicherweise den Erreger des Q-Fiebers, das Bakterium Coxiella burnetii (ist aber wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt); auf infizierten Schafen saugende Schafzecken können diesen Erreger aber mit dem Kot massenhaft ausscheiden, der dann als Staub über die Luft verbreitet wird.

Auf den Menschen:

  • Einige Fälle von Lymphadenopathie sind nach Stich mit der Schafzecke bekannt geworden (Erreger: Rickettsia slovaca, ein Bakterium), vornehmlich in Südeuropa. Das körperliche Befinden sollte nach einem Stich auf jeden Fall aufmerksam beobachtet werden.

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