Achtung Zeckenbiss – Das sollten Sie wissen!

Er juckt, wird rot und kann eitern: Ein Zeckenbiss ist keine angenehme Angelegenheit. Hinzu kommt sie Sorge, die Zecke könnte beim Saugen Krankheiten wie die FSME oder die Borreliose übertragen haben. Zecken-radar.de erklärt, worauf Sie im Fall der Fälle achten müssen. Und wann ein Arztbesuch unerlässlich ist.

Wie sieht ein Zeckenbiss aus?

Ein Zeckenbiss oder -stich verursacht im ersten Moment keine Schmerzen. Das liegt unter anderem daran, dass die Zecke mit ihrem Speichel eine Art Betäubungsmittel in die Wunde abgibt. Immerhin liegt es in ihrem Interesse, dass ihr Stich möglichst lange unbemerkt bleibt und sie ungestört trinken kann. Oft erkennt man einen Zeckenbiss daher erst, wenn es bereits zu spät ist und sich das Tier bereits festgesogen hat.

Je nach Alter der Zecke und Dauer des Saugaktes ist die Zecke als kleiner schwarzer Punkt oder als bräunliches Tier mit geschwollenem Hinterleib in der Haut erkennbar. Die Stelle ist häufig gerötet.

Was tun bei Zeckenbiss?   

Bei einem Zeckenbiss gilt als oberste Regel: Bleiben Sie ruhig! Es besteht kein Grund zur Panik. Allerdings sollten Sie jetzt einige Dinge beachten. Das Wichtigste: Entfernen Sie die Zecke ohne Hektik, aber so schnell wie möglich. Wenn Sie unsicher sind oder die entsprechende Stelle schlecht erreichen können, bitten Sie eine zweite Person um Hilfe.

Beim Zecken entfernen ist im wahrsten Sinne des Wortes jedes Mittel recht. Sie können die Zecke herausziehen, -hebeln oder drehen – letzteres mit oder gegen den Uhrzeigersinn. In Apotheken, Drogeriemärkten oder im Supermarkt stehen verschiedene Werkzeuge zur Zeckenentfernung zur Verfügung. Dazu zählen die Zeckenkarte, das Zeckenlasso, die Zeckenzange und die Pinzette. Selbst die Finger bzw. Fingernägel eignen sich zur Not, um eine Zecke zu entfernen.

Das schnelle Entfernen verfolgt vor allem einen Zweck: Es reduziert das Risiko, sich bei einem Zeckenbiss mit Krankheitserreger anzustecken. Das gilt besonders für die Borreliose: Das Bakterium lebt im Darm der Zecke und muss erst den Weg durch die Speicheldrüsen in den Körper des Wirtes finden. Bis es soweit ist, können bis zu 24 Stunden vergehen. Wer einen Zeckenbiss also rechtzeitig entdeckt, kann die Gefahr einer Borreliose deutlich reduzieren.

Wie entdecke ich einen Zeckenbiss?

Um einen Zeckenbiss möglichst schnell aufzuspüren, empfiehlt zecken-radar.de eine einfache aber effektive Maßnahme: Nach einem Aufenthalt im Freien den ganzen Körper nach Zecken absuchen. Schlecht sichtbare Stellen am besten mithilfe eines Spiegels checken.

Gut zu wissen: Zecken lieben dünne, gut durchblutete Hautstellen. Die finden Sie in der Kniekehle, im Intimbereich oder an Bauch und Brust. Bei Kindern ist es häufig der Kopf.

Zeckenbiss ohne Zecke – gibt es das?

Für eine komplette Mahlzeit saugen Zecken mitunter 8 bis 10 Tage. Am Ende wiegen die Tiere bis zu 200mal so viel wie vor der Blutmahlzeit. Um sich die nötige Zeit zu verschaffen, wendet die Zecke mehrere Tricks an. Bereits beim Einstich gibt die Zecke mit ihrem Speichel verschiedene Substanzen in die Wunde ab. Der Zeckenspeichel verhindert Schmerzen und unterbindet die Blutgerinnung. Manchen Zeckenarten produzieren zudem ein als Zement bezeichnetes Sekret, das sie mit der Haut des Wirts buchstäblich verklebt. Je kleiner und kürzer das Hypostom ist, desto mehr Zecken-Zement wird produziert.

Zeckenbiss: Wann muss ich zum Arzt?

Ein Zeckenbiss an sich ist normalerweise kein Grund für einen Arztbesuch. Dennoch gilt: Wenn Sie unsicher sind ist es ratsam eine Fachperson auf den Zeckenbiss schauen zu lassen. In den allermeisten Fällen gelingt es den Betroffenen, den Blutsauger selbst zu entfernen. Sobald die Zecke aus der Haut gezogen ist empfiehlt es sich, die Stelle gründlich zu reinigen oder zu desinfizieren. Unter einer Lupe lässt sich erkennen, ob die Zecke tatsächlich vollständig verschwunden ist.

Auch wenn sich die Stelle leicht rötet oder die Haut dort juckt, ist das zunächst kein Grund zur Beunruhigung. Diese Anzeichen verschwinden in der Regel von selbst wieder.

Wanderröte auf menschlicher Hand

Anders sieht es aus, wenn sich in den Tagen und Wochen nach dem Zeckenbiss die Rötung an der Einstichstelle ausweitet und größer wird als ein zwei-Euro-Stück. Es könnte sich dabei um eine Wanderröte handeln, auch bekannt als Erythema migrans. Die Wanderröte ist eines der ersten Anzeichen einer Borreliose, sie tritt bei 50-90 Prozent der Erkrankten auf.¹ In diesem Fall gilt: Lassen Sie den Arzt einen Blick auf die Stelle werfen und weisen Sie darauf hin, dass sie von einer Zecke gestochen worden sind. Gleiches gilt bei Verdacht auf eine Wanderröte an einer anderen Körperstelle. Wie der Name schon sagt, ist die Position des Erythema migrans nicht immer auf die Einstichstelle beschränkt. Tipp: Markieren Sie die gerötete Einstichstelle z.B. mit einem Kugelschreiber auf der Haut. So können Sie kontrollieren, ob sich die Rötung ausbreitet.

Was tun, wenn der „Kopf“ steckenbleibt?

Auch wenn man alle Tipps zur Zeckenentfernung beachtet und geeignete Hilfsmittel benutzt kann es passieren, dass sich das Tier nicht vollständig entfernen lässt. Bei den Überresten handelt es sich aber nicht, wie oft vermutet, um den Kopf der Zecke. Stattdessen sind es kleinere Teile der Mundwerkzeuge der Zecke, die nach dem Entfernen in der Wunde bleiben können. Dabei handelt es sich um das mit Widerhaken besetzte Hypostom – eine Art Saugrohr aus Chitin, das abbricht und in der Haut verbleibt. In der Regel ist in diesem Fall kein Arztbesuch nötig, die Haut stößt die Fremdkörper von selbst ab. Dabei kann die Wunde ein wenig jucken. Bei stärkeren Schmerzen, Schwellungen oder erhöhter Temperatur gilt hingegen: Besser beim Arzt nachschauen lassen!

Quelle

  1. Dr. Jochen Süss: Zecken. Was man über FSME und Borreliose wissen muss, München 2007